Am 06.10.2017 mache ich mich mit zwei jungen Afrikanern und einer jungen Irakerin aus unserer Unterkunft an der Ruhrtalstr. auf den Weg in die Innenstadt zur KAUSA Servicestelle.

Die KAUSA Servicestellen ist eine Beratungsstelle, deren Zielsetzung es ist, Jugendliche mit Migrationshintergrund und junge Flüchtlinge verstärkt in duale Ausbildung zu integrieren und Ausbildungsaktivität sowie Ausbildungsqualität in Unternehmen mit Inhaberinnen und Inhabern mit Migrationshintergrund langfristig zu steigern.

Ihre Arbeit umfasst alle an der Ausbildung beteiligten Personen: Sie unterstützen Jugendliche und junge Flüchtlinge, beraten Selbstständige und informieren Eltern.

An diesem Abend findet die „Lange Nacht der interkulturellen Berufsberatung“ statt.

Rund 30 Berater*innen, Dolmetscher*innen und Organisator*innen verschiedener Essener Institutionen machen im Rahmen der „Langen Nacht der interkulturellen Berufsberatung“ Spätschicht für die Zukunftschancen von Menschen mit Flucht- und Zuwanderungsgeschichte.

Vor der Beratungsstelle bin ich noch mit einem jungen Syrer verabredet, den ich aus der Schule meiner Tochter kenne. Eine weitere „Ehrenamtliche“ von Kettwig hilft e.V. gesellt sich noch zu uns, um mit mir die vier jungen Leute zu begleiten.

Wie wir später erfahren, haben rund 400 Interessierte die Veranstaltung besucht.

Es dauert ein wenig, aber alle vier können an einem persönlichen Beratungsgespräch teilnehmen.

Bei der jungen Irakerin begleite ich das Gespräch. Ihre Berufswünsche: Frisörin oder Krankenschwester! Der Berufsberater erklärt ihr sehr ausführlich und anschaulich den Werdegang zu beiden Berufen, ausgehend von ihrer persönlichen „Startposition“. Er erläutert ihr Alternativen und Perspektiven und schildert, welche persönlichen Voraussetzungen man für den jeweiligen Beruf mitbringen sollte.

Auch die drei Jungs sind sehr zufrieden mit den gewonnen Informationen.

Durch die Beratungsgespräche scheinen sie alle ein wenig mehr positives Zutrauen in ihre persönlichen Zukunftsperspektiven erhalten zu haben und ihre Lebensziele bekommen etwas schärfere Konturen. Die nächsten Schritte, die sie gehen müssen, liegen relativ klar vor ihnen.

Die konkrete Arbeit der Zukunftsgestaltung kann beginnen.

 

Kirsten Struensee